10. November 2019   Aktuell

Braunschweig 09. November 1938

Beitrag: Roswitha Engelke

Reichspogromnacht: Synagoge in BS

Braunschweiger“ nannte der Volksmund im Nachkriegsdeutschland jene ehemaligen Nazis in gehobenen Position, die nach 1945 ihre braune Vergangenheit still unter den Teppich zu kehren suchten. Die Bezeichnung ist heute nur noch wenigen geläufig; die meisten Menschen denken, wenn sie „Braunschweiger“ hören, nur mehr an Geografie und keineswegs an Zeitgeschichte....

Denkt man heute, 2019 am Tag der Reichspogromnacht, an die brennenden Synagogen und den ursächlichen Rassismus, so ist der Weg nicht weit auch an die Synagogen heute zu denken, die inzwischen bewacht werden müssen.

 

Man denkt an die zahlreichen Morde der Neonazis und, die sie als geistigen Wegbereiter unterstützende "neue Rechte". Nicht weit ist es dann bis dem Bundesparteitag der AfD, der in Braunschweig stattfand. Diesen Termin in die ersten Novembertage zu legen, in das Zeitfenster Reichskristallnacht/November-Revolutiion, war sehr geschickt, ihn zu genehmigen war mehr als Pietätlos. -


Mit dem Warenhaussturm am 11. März 1933 und der Reichspogromnacht kündigte sich die Judenvernichtung in Braunschweig an.

Ein Zeitzeuge, Martin Forstenzer, in einem Brief vom 24.9.1999:

"Es waren damals für mich und meinen Bruder schwierige Zeiten, besonders in der Schule, wo wir oft abgesondert wurden wegen unserer Religion.

Oft wurden wir auf dem Heimweg von Hitlerjugend beschimpft und sogar angegriffen, weil wir jüdisch waren. Im Jahr 1933, als ich 12 Jahre alt war, schenkte mir mein Vater eine kleine Kamera zum Geburtstag.

Mein Vater besaß ein großes Warenhaus in der Schuhstraße. 1933 wurden Angriffe auf Geschäfte jüdischer Besitzer gemacht und an einem Tag schlugen die Nazis in unserem Geschäft sämtliche Schaufenster ein. Kühn wie ich war als Zwölfjähriger und trotz der Gefahr, verhaftet zu werden, nahm ich meine kleine Kamera und fotografierte die Fenster. Es ist erstaunlich, dass ich die Bilder noch heute nach 66 Jahren besitze.



Kaufhaus Frank nach der Zerstörung durch die SA

Foto: Privat

 

Was war los vor achtizig Jahren in Braunschweig?

Geschichtlich ist diese Zeit inzwischen recht gut dokumentiert. In der Öffentlichkeit wird dagegen kaum darüber diskuiert.

Zum Beispiel die Industriegeschichte, die Geschichte des Adels, oder die Bombennächte und der Untergang der Stadt im Bombenhagel am 14.10. 1944. Einen wichtigen Beitrag leisten die Stolpersteinet. Lesen Sie über die Reichspogromnacht in Braunschweig

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