25. Juli 2018   Themen

Sozialbericht aus dem Landesamt f. Statistik: Prekäre Löhne erhöhten die Armutsgefährung auf 16%!

Beitrag: Roswitha Engelke

Quellen: Landesamt f. Statistik / zwangsarbeit-archiv / Frankfurter Allgemeine

 

Trotz historischem Hoch bei der Zahl der Erwerbstätigen und der positiven Wirtschaftsentwicklung steigt das Armutsrisiko in Niedersachsen an.

Das ergab der aktuelle Sozialbericht für Niedersachsen, den das Landesamt für Statistik am Mittwoch veröffentlicht hat. Demnach erhöhte sich die Armutsgefährdungsquote auf 16 Prozent.

Das ist ein Anstieg zum vierten Mal in Folge, mit Ausnahme des Jahres 2014, auf den bisher höchsten gemessenen Wert. Niedersachsen liegt damit über dem Bundesdurchschnitt, der bei 15,7 Prozent  lag.

Die „Kluft“ zwischen deutschen und ausländischen Staatsangehörigkeiten hat sich seit 2011 zu ungunsten der ausländischen Staatsangehörigen verändert.

So ist die Zahl des Armutsrisikos von Deutschen (13,5 Prozent) rückläufig, während Ausländer mit 43 Prozent dreimal so häufig gefährdet waren.

Menschen mit Zuwanderungsgeschichte waren mit rund 31 Prozent zweieinhalb Mal so oft armutsgefährdet wie jene ohne Zuwanderungsgeschichte mit 12,2 Prozent, so das Landesamt. Als Gründe können sprachliche Hürden oder die fehlenden bzw. noch nicht erfolgte anerkannte Berufsausbildung genannt werden.

Arbeit schützt nicht per se vor Armut.

Das Landesamt begründet dieses mit dem Anstieg der atypischen Beschäftigung (Teilzeit mit 20 oder weniger Stunden pro Woche, geringfügig, befristet oder Zeitarbeit).

Mit 780.800 Menschen waren mehr als ein Fünftel aller Erwerbstätigen prekär beschäftigt. Von den armutsgefährdeten Erwerbstätigen waren, laut der Statistik, 37,4 Prozent atypisch beschäftigt. Dies ergibt eine Armutsgefährdungsquote von rund 14 Prozent.

Mehr als die Hälfte der prekär Beschäftigten verdienten weniger als zwei Drittel des mittleren Lohnes und von den Minijobbern liegen mehr als 84% unter dem mittleren Lohnniveau!

Eine Einführung der Arbeitspflicht für ALG II-Bezieher gibt diesbezüglich zu denken!

Denn eine wirkliche "Rückführung" in eine feste Anstellung bedeutet diese "Regelung" nicht.  Im Gegenteil heißt es doch bei dem Vorschlag von Hubertus Heil:


Alle Arbeitgeber sollen die neuen Helfertätigkeiten anbieten können, genauso wie gemeinnützige Einrichtungen und Kommunen.

Außerdem sollen die Unternehmen verpflichtet werden, den Beschäftigten nach Ende der Förderung noch mindestens sechs Monate weiter zu beschäftigen.

Der Bund unterstützt dieses zwangsweise in Arbeit bringen finanziell.

 

Ein "Helferjob" ist nichts anderes als das verrichten minderwertiger Arbeit unter schlechtesten Bedingungen und: - unter Zwang. - Wer die Annahme eines minderwertigen Jobs verweigert wird auf "0" sanktioniert. Friss oder stirb heißt die Devise.

 

Wie wir alle wissen, hat Deutschland einige Jahre Erfahrung, Menschen in Zwangsarbeit zu bringen.


Das nationalsozialistische Deutschland schuf eines der größten Zwangsarbeits-Systeme der Geschichte: Über zwanzig Millionen ausländische Zivilarbeitskräfte, Konzentrationslager-Häftlinge und Kriegsgefangene aus allen besetzten Ländern mussten im Verlauf des Zweiten Weltkriegs für Deutschland arbeiten.


Im August 1944 arbeiteten sechs Millionen zivile Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Deutschen Reich. Über ein Drittel waren Frauen. Außerdem mussten 1944 fast zwei Millionen Kriegsgefangene in der deutschen Wirtschaft arbeiten. Ab 1943 griff die deutsche Industrie immer stärker auch auf Konzentrationslager-Häftlinge zu.

Man höre und staune, diese Häftlinge brauchten noch nicht einmal Nahrung ...!


Dabei ging es zunächst um die umfassende Mobilisierung des Arbeitskräftepotenzials für die Kriegswirtschaft des „Dritten Reiches“.

 

Wo beibt der Aufschrei meiner Genossen? Es liegen doch nicht alle in der Hängematte der Gutsituierten und Ahnungslosen, die niemals von Zwangsarbeit gehört haben oder deren Vorstellungsvermögen dahingehend auf "0" reduziert ist.

 

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