Energie-/Umweltpolitik

01. Januar 2026   Themen - Energie-/Umweltpolitik

Aktuelle Situation in der Ukraine aus Sicht des Strahlenschutzes in Österreich

Quelle: Strahlenschutz Österreich   Kernkraftwerk SaporischschjaWeitere Kernkraftwerke in der UkraineAnlagen bei TschernobylWeitere InformationenFAQs zur radiologischen Situation in der Ukraine

Die Abteilung Strahlenschutz im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) ist zuständig bei radiologischen Notfällen. Dazu überwacht das Ministerium rund um die Uhr alle Ereignisse und Messwerte und ist in ständiger Abstimmung mit den Behörden unserer Nachbarländer, der EU und der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO. Sollte es in kerntechnischen Anlagen zu sicherheitsrelevanten Ereignissen kommen, informiert die Abteilung für Strahlenschutz und setzt alle notwendigen Schritte: von der laufenden Beobachtung und Einschätzung der Situation, über die umfassende Information der Menschen in Österreich bis hin zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen.

Seit Beginn der russischen Invasion der Ukraine am 24. Februar 2022 überwacht die Strahlenschutzabteilung die radiologische Lage in der Ukraine genau und steht verstärkt im Austausch mit den Behörden der Ukraine und der Nachbarländer sowie mit der IAEO. Die vier ukrainischen Kernkraftwerke (KKW): Riwne, Saporischschja, Chmelnyzkyj und Süd-Ukraine liegen 700 bis 1.300 km von der österreichischen Staatsgrenze entfernt. Seit Januar 2023 überwachen Teams von Expert:innen der IAEO vor Ort an allen KKW-Standorten in der Ukraine dauerhaft die Lage.

Die vier ukrainischen Kernkraftwerke werden immer wieder von Kampfhandlungen und Problemen mit der externen Stromversorgung bedroht. Insbesondere das größte Kernkraftwerk Europas, Saporischschja, steht diesbezüglich im Fokus.

Die wichtigsten aktuellen Ereignisse:

  • Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022 kam es mehrmals zu Ausfällen der gesamten externen Stromversorgung des KKW Saporischschja. Während dieser Ausfälle wurde das KKW über Notstromdieselgeneratoren mit Strom versorgt.
  • Laut Expert:innen der IAEO vor Ort sowie der ukrainischen Nuklearaufsichtsbehörde kommt es weiterhin zu Drohnenangriffen in der näheren Umgebung der Kernkraftwerke Südukraine, Riwne und Chmelnyzkyj sowie zu militärischen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur.

Kernkraftwerk Saporischschja

Die Anlage Saporischschja ist etwa 1.300 km von Österreich entfernt. Es besteht aktuell keine Gefahr für Österreich. Die Expert:innen des Bundesministeriums beobachten die Lage laufend.

Kampfhandlungen

Das Kernkraftwerk Saporischschja wurde wiederholt durch Drohnen angegriffen und ist vermehrt von Kampfhandlungen betroffen. Laut IAEO wurden keine kritischen Schäden in der Anlage verursacht, die Sicherheitslage ist aber weiterhin prekär.

Seit Kriegsbeginn wurde das KKW, das direkt an der Kampflinie liegt, immer wieder durch Kampfhandlungen bedroht.

  • Am 11. August 2024 hat ein Brand einen der beiden Kühltürme schwer beschädigt.
  • Am 17. August 2024 kam es zur Explosion einer Drohne in unmittelbarer Nähe des Kraftwerksgeländes.
  • Am 13. Juli 2025 kam es zu militärischen Kampfhandlungen am Anlagengelände, nahe den Reaktorblöcken 5 und 6.
  • Am 2. August 2025 wurde ein Hilfsgebäude des KKW beschossen und brannte daraufhin längere Zeit. Das Gebäude liegt etwa 1.200 Meter außerhalb des Anlagengeländes. Von den Kampfhandlungen betroffen war auch das außerhalb des Anlagengeländes gelegene Trainings-Center des KKW, sowie die etwa 5 km entfernte Stadt Enerhodar, in der ein großer Teil des KKW-Personals mit ihren Familien wohnt.

Bisher wurden laut IAEO in der Anlage keine kritischen Schäden verursacht; die Sicherheitslage verschlechtert sich jedoch aufgrund der vermehrten militärischen Aktivitäten nahe des KKW.

Externe Stromversorgung des KKW Saporischschja

Von 23. September bis 23. Oktober 2025 kam es zu einem kompletten Ausfall der externen Stromversorgung des KKW Saporischschja. Von den ursprünglich zehn externen Stromleitungen, war die letzte verbleibende Hauptstromleitung (750 kV Leitung „Dniprovska) beschädigt worden. Die Reparatur dieser Leitung konnte schließlich während eines von der IAEO ausgehandelten lokalen Waffenstillstandes durchgeführt werden. Auch die letzte verbleibende Backup-Leitung wurde nach einem fast sechs monatigem Ausfall wieder angeschlossen werden.

Am 13. Dezember 2025 kam es zum 12. Mal zu einem kompletten Ausfall der externen Stromversorgung. Zurzeit (Stand 18.12.2025) wird das KKW wieder durch die zwei Stromleitungen mit Strom versorgt.

Alle sechs Reaktoren des KKW wurden kurz nach Kriegsbeginn abgeschaltet. Dennoch benötigen sie weiterhin Strom für die Reaktorkühlung und andere wesentliche Funktionen der nuklearen Sicherheit und Sicherung. Bei einem Ausfall der externen Stromversorgung stehen Notstromdieselgeneratoren bereit, um alle sicherheitsrelevanten Geräte mit Strom zu versorgen. Gemäß IAEO ermöglichen die gefüllten Dieseltanks der Notstromdieselgeneratoren eine Notstromversorgung über etwa 20 Tage. Bei regelmäßiger Nachfüllung entsprechend länger.

Verminung der Anlage und schwere Waffen im KKW Saporischschja

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22. Oktober 2025   Themen - Energie-/Umweltpolitik

Militär als Klima-Killer: Der Wolf im Schafspelz

Beitrag, NachDenkSeiten, ein Artikel von Bernhard Trautvetter

Die Militärlobby frisst ununterbrochen Kreide, um ein freundliches Image dafür zu nutzen, die Menschen für ihren zerstörerischen Weg zu gewinnen. Dieser Weg bringt nicht nur höchste militärische Gefahren mit sich, er birgt auch große Gefährdungen für Klima und Umwelt: Das Militär ist der größte Umweltschädiger unserer Zeit. Von Bernhard Trautvetter.

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21. September 2025   Themen - Energie-/Umweltpolitik

Ein buntes Zuhause für die Feldlerche

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Beitrag: NABU

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Liebe Naturfreund*innen,

früher waren Vogelarten wie Feldlerche und Kiebitz häufig Gast auf unseren Felder. Heute aber haben diese einstigen „Allerweltsvögel“ in Deutschland geradezu Seltenheitswert. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten fehlen ihnen Brutplätze und Nahrungsangebote. Im Niederoderbruch haben wir nun die Chance, 5,7 Hektar Ackerland zu kaufen und in ein Paradies für die gefährdeten Feldvögel zu verwandeln. Bitte helfen Sie uns dabei mit Ihrer Spende!

Unsere Erfahrung hat gezeigt: Naturschutz steht dem Ertragswunsch der Landwirtschaft nicht im Wege, wenn man die richtigen Maßnahmen wählt. Die „weite Reihe“ etwa lässt Platz für Wildpflanzen und die Nester der Feldvögel. So können auch Insekten wiederkehren – und die Vögel finden wieder Nahrung. Wie der Verzicht auf Chemie ist die „weite Reihe“ eine der Maßnahmen, die den Feldvögeln buchstäblich das Leben retten kann. Um wichtigen Lebensraum für Feldlerche, Kiebitz und Co. schaffen zu können, brauchen wir dringend mehr Ackerland wie im Niederoderbruch.

                                                                Mehr erfahren

 

27. September 2025   Themen - Energie-/Umweltpolitik

Showdown um den EU-Mercosur-Deal

Beitrag: Umweltinstitut München e.V.

Seit über 25 Jahren wird zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Staaten* über ein Freihandelsabkommen verhandelt – jetzt startet die Ratifizierung. Doch der Widerstand ist groß: Umweltverbände, Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und Bäuer:innen warnen vor Regenwaldzerstörung und der Gefährdung von Menschenrechten. Wir geben einen Überblick über das Abkommen und den aktuellen Stand der Verhandlungen.
* Argentinien, Brasilien, Bolivien, Paraguay und Uruguay

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22. August 2025   Themen - Energie-/Umweltpolitik

Wasserkraft-Superlative in Tibet – das chinesische Jahrhundert nimmt Fahrt auf und in Deutschland gehen die Lichter aus

>Beitrag:NachDenkSeiten, ein Artikel von: Jens Berger

Es sind Zahlen, die man zunächst gar nicht glauben mag. Vor einem Monat begann China mit dem Bau eines Wasserkraftwerks im tibetischen Hochland, dessen Leistung mehr als der Hälfte der gesamten deutschen Stromerzeugung entspricht. Bereits in fünf Jahren soll die Medog Hydropower Station fertiggestellt sein und 2033 ihren kommerziellen Betrieb aufnehmen. In Deutschland droht die Energiewende derweil am Trassenbau zu scheitern. Allein um den Strom des Medog-Wasserkraftwerks in das mehr als 2.500 Kilometer entfernte industriereiche Perlflussdelta zu transportieren, wird China Leitungen bauen müssen, die ungefähr die zehnfache Kapazität der hierzulande bis 2050 projektierten Hochspannungsübertragungsleitungen haben. Diese Zahlen sollten verdeutlichen, wo sich die

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