13. April 2018   Aktuell

Geld ist das Brecheisen der Macht

Beitrag: Roswitha Engelke

Quelle: der Freitag u. a. siehe im Text

Der Kapitalismus braucht den Krieg.  Diese Wirtschaft tötet.

Damit das System fortbestehen kann, müssen Kriege geführt werden, wie es die großen Imperien immer getan haben. Einen Dritten Weltkrieg kann man jedoch nicht führen, und so greift man eben zu regionalen Kriegen." (Papst Franziskus)

Auf der Homepage des katholischen Senders Domradio ist das Interview auf deutsch zu finden, wenn auch einige Passagen nicht vollständig übersetzt sind.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Papst den Kapitalismus und seine Folgen auf eine deutliche Weise kritisiert.

Alles dreht sich heute um Konkurrenzfähigkeit und das Gesetz des Stärkeren, der Mensch ist zu einem Konsumgut geworden, das benutzt und dann weggeworfen wird.

Das Ende des Kalten Kriegs wurde zum Beginn einer Welle neuer Kriege. Der Kampf um die globale Vorherrschaft, den Zugang zu wichtigen Ressourcen und geopolitische Kontrolle wird offen militärisch ausgetragen.

 

Die Rüstungsausgaben weltweit sind auf über 1.000 Milliarden Dollar gestiegen. Durch ihre Kolonialgeschichte und den Raubbau an Ressourcen, durch neoliberale Politik und Militarisierung in diesen Regionen ist auch die EU erheblich für Armut, Bürgerkriege, Umwelt- und ethnische Konflikte in einer ganzen Reihe von Weltregionen mit verantwortlich.

Ein Rückblick in die deutsche Geschichte macht klar, dass eine Umkehr notwendig ist, d. h. der totale Kapitalismus muss ein Ende haben.

Bereits 1933 war das Kapital die treibende Kraft, es brachte Hitler an die Macht.

Die Frage nach dem Anteil der Großindustrie am Aufstieg der NSDAP ist in der Geschichtswissenschaft ein zentraler Gegenstand in der politischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Endphase der Weimarer Republik. Umstritten ist dabei vor allem, ob und wie weit die Großindustrie die NSDAP die entscheidenden Jahre nach der Reichstagswahl von 1930 bis zum Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft 1933 förderte.

Es war also keineswegs ein unaufhaltbarer Aufstieg, durch den Hitler an die Macht kam. Um das Jahr 1928 hätte die NSDAP genau so gut wieder untergehen können - wenn da nicht auf einmal beträchtliche Parteispenden gewesen wären, die Hitler die Mittel für gewaltige Propagandaschlachten lieferten.

Dieser Artikel soll der Frage nachgehen, wer Hitler und der NSDAP wann wieviel Geld aus welchen Gründen gegeben hat - wenn auch diese Frage nicht endgültig zu beantworten ist, da viele Dokumente "verschollen" und manche Quellen nicht über alle Zweifel erhaben sind.

Beispiele

Thyssen Krupp

Der Stahlproduzent Krupp profitierte vom Aufstieg der Nationalsozialisten und ihrer Rüstungspolitik. Die Krupp-Werke in Essen wurden als "Waffenschmiede des Deutschen Reiches" bezeichnet und im Jahr 1937 wurde Firmenchef Gustav Krupp zum Wehrwirtschaftsminister ernannt. Während des Zweiten Weltkriegs setzte Krupp neben den regulären Arbeitern rund 100.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge ein.

Der Historiker Lothar Gall arbeitete die Geschichte des Unternehmens mit seinem Buch "Krupp im 20. Jahrhundert" auf: Krupp habe sich im Dritten Reich "nach anfänglichem Zögern voll den Interessen des Staates und damit auch dessen neuen Krieges" untergeordnet.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bildstrecke-deutsche-unternehmen-und-ihre-rolle-in-der-ns-zeit-1.333501-8

Dresdner Bank

Auch die Tätigkeiten der Dresdner Bank in der Zeit des Nationalsozialismus wurden von einer unabhängigen Historikerkommission beleuchtet. Im Zuge der Bankenkrise von 1931 kam die Dresdner Bank mehrheitlich in den Besitz des Deutschen Reiches. In den folgenden Jahren war die Bank an der Enteignung jüdischer Vermögen beteiligt und hatte eine enge Verbindung zur SS. Die Dresdner Bank finanzierte Rüstungsprojekte und hielt 26 Prozent an der Breslauer Huta AG, einem damals führenden Baukonzern, der Baumaßnahmen im Vernichtungslager Auschwitz ausführte - dazu gehörte auch die Errichtung von Krematorien.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bildstrecke-deutsche-unternehmen-und-ihre-rolle-in-der-ns-zeit-1.333501-5

Volkswagen

Der Volkswagen-Konzern beauftragte vor Jahren den Historiker Hans Mommsen, die Geschichte des Unternehmens aufzuarbeiten. Ein Ergebnis der Untersuchung: Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Volkswagenwerk auf die Produktion von Rüstungsgütern umgestellt - rund 20.000 Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und auch KZ-Häftlinge wurden dabei eingesetzt.

 

Deutsche Bahn

Erst durch die Reichsbahn, das Vorgängerunternehmen der Deutschen Bahn AG, wurden Deportationen in die Konzentrationslager möglich. Die Reichsbahn verdiente an den Massentransporten von Gefangenen aus ganz Europa in die Vernichtungslager: pro Kilometer erhielt sie vier Pfennig.

Mit der Austellung "Zug der Erinnerung" will die Deutsche Bahn an Kinder aus Deutschland und anderen Ländern Europas erinnnern, die während der NS-Zeit in Waggons der Reichsbahn deportiert worden sind. Der Zug fährt seit November quer durch Deutschland, die KZ-Gedenkstätte Auschwitz wird die letzte Station der rollenden Ausstellung sein.

Degussa und IG Farben

Die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch) war eine der führenden Firmen auf dem Gebiete der Schädlingsbekämpfung und produzierte im Konzentrationslager Auschwitz-Monowitz das Giftgas Zyklon-B für die Gaskammern. Nach Angaben des Historikers Manfred Pohl sei die Sterblichkeitsrate enorm hoch gewesen: in den Jahren zwischen 1943 und 1945 starben mindestens 25.000 Zwangsarbeiter.

Hauptgesellschafter der Degesch waren die Degussa und die frühere IG-Farben-Industrie mit jeweils 42.5% Stammkapital. Degussa ließ im Jahre 1997 die Unternehmensgeschichte vom Historiker Peter Hayes aufarbeiten.

Karstadt-Quelle

Die Wertheims waren Eigentümer eines der größten deutschen Warenhauskonzerne und wurden von den Nationalsozialisten enteignet, der Karstadt-Konzern übernahm die Grundstücke.

2005 verurteilte das Berliner Verwaltungsgericht die Karstadt-Quelle AG zu einer Entschädigung: Diese musste 88 Millionen Euro an die Erben der jüdischen Kaufhausdynastie Wertheim zahlen. Im Rechtsstreit ging es um 40 Grundstücke in Ostdeutschland und Berlin, die Schätzungen zufolge bis zu 500 Millionen Euro wert sind.

Zum Schluß ein Zitat von Karl Marx: "Unter den Voraussetzungen des Kapitalismus herrscht permanente Friedlosigkeit."

Das zeigen die Theorie und die Praxis des Kapitalismus in Geschichte und Gegenwart, einschließlich des Imperialismus damals und heute. Seit Jahrhunderten versuchen die kapitalistischen Länder, ihr System anderen Ländern aufzuzwingen, und zwar durch ökonomische Vorherrschaft, politische Gleichschaltung, kulturelle Bevormundung und militärische Gewalt. Dass Imperialismus und Demokratie sich nicht ausschließen, wurde seit dem Vietnam-Krieg deutlicher als je zuvor." (In: "Die widersprüchliche Gerechtigkeit im Kapitalismus - Eine philosophisch-ökonomische Kritik", S.21)

 

 

 

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