22. Oktober 2021   Aktuell

Die angebliche Bedrohung Europas durch Russland - wiederholt sich die Geschichte?

Autorin: Roswitha Engelke

 

Vor 80 Jahren im Juni 1941, deutscher Überfall auf Sowjetunion – Auftakt eines epochalen Verbrechens

Präventivschlag gegen die Sowjetunion und Blockade Leningrads 

Keine zweieinhalb Monate, nachdem die Wehrmacht in Russland einmarschiert war und Hitlers Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion begonnen hatte, umzingelten die Deutschen am 8. September 1941 Leningrad, das heutige St. Petersburg. Die Stadtbewohner waren abgeschnitten vom Rest des Landes, sie hatten weder Strom noch ausreichend Nahrung. Ziel des sogenannten Hungerplans der Nationalsozialisten war es, die Menschen in der Stadt gezielt krepieren zu lassen. Bis zum 27. Januar 1944 dauerte die Leningrader Blockade, 900 Tage, in denen mehr als eine Million Menschen auf elende Weise ums Leben kamen - verhungert, erfroren, von Bomben getötet. (Deutschlandfunk)

Zitat aus: "Der deutsche Militarismus und die Legende
vom Präventivkrieg Hitler-Deutschlands
gegen die Sowjetunion"

(...)  Vorwort, Seite 2, Zitatanfang: "Der bekannte Historiker Prof. Dr. Leo Stern, Mitglied der
Deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin, wies einmal
darauf hin, daß weder Deklamation noch Beschwörung, we-
der Verdammung noch Appelle die ideologische Schlamm-
flut des deutschen Militarismus und Revanchismus eindämmen
können (...). Zitatende

AKK bestätigt die Aussage Sterns, obwohl es heute im wesentlichen nicht der deutsche Militarismus ist, der sich nicht abschrecken läßt sondern eher der us-amerikanische.

Da Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer jedoch im Windschatten der USA segelt, hat sie sich für eine härtere Gangart der Nato im Streit mit Russland ausgesprochen. Das Verteidigungsbündnis müsse angesichts zunehmender Herausforderungen durch Russland "sehr deutlich machen", dass es auch zu militärischen Maßnahmen bereit sei, sagte die Ministerin dem Deutschlandfunk (DLF) vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister. Niemand dürfe auf die Idee kommen, Nato-Partner anzugreifen. (Zeit.online) Dass bisher niemand anderes als die westliche Wertgemeinschaft auf die Idee kam, dass es so sein könnte, muß ihr entgangen sein.

Vor 80 Jahren geiferten Propagandaminister Goebbels & Co. im Großdeutschen Reich in ihren Hetzreden von möglichen Übergriffen der Sowjetunion auf Deutschland und begründeten damit ihren Präventivschlag gegen den sowjetischen Staat. Kramp-Karrenbauer trampelt (ohne Nachzudenken) im Großen und Ganzen in ausgetretenen Stiefeln und auf ausgelatschten Spuren. Da sie nicht mehr zur Kriegsgeneration zählt, weiß sie jedoch nicht, wovon sie spricht.

Sie verweist auf russische "Verletzungen des Luftraums über den baltischen Staaten, aber auch zunehmende Übergriffigkeiten rund um das Schwarze Meer". Wahrscheinlich eine Anspielung  auf den Wunsch der Krimbewohner russische Staatsbürger zu sein.  Dass es Menschen gibt, die es als angenehmer empfinden Russen statt Ukrainer zu sein, geht wohl an ihrem Denkvermögen vorbei und das Heranrücken der NATO an Russlands Grenzen wird Russand wohl  noch im Auge behalten dürfen. Gleichzeitig betonte die scheidende Verteidigungsministerin: "Wir laden immer wieder ein zum Dialog mit Russland." Es gebe dazu "Foren, die aus meiner Sicht auch wiederbelebt werden könnten". Allerdings habe Russland bei Militärübungen in letzter Zeit "die eigentlich aus unserer Sicht gebotene Transparenz" nicht gewahrt.

Vielleicht sieht AKK die Situation mehr durch das falsche Objektiv der NATOGeneräle, die allzu dicht an Russlandsgrenzen herangekrochen sind und daher eine gewisse Unschärfe im Blick haben. -

 

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