10. Juni 2022   Aktuell

Manches ändert sich nie: Die Verblödungsdiktatur

von Dadalus Uggla

Mein seliger Herr Vater sprach im Zusammenhang eines vor langer Zeit untergegangen Staates, der seine gesamte Intelligenz und seine Künstler in den »Westen« vertrieb, weil er ihnen eine Philosophie aufzwingen wollte, die diese nicht wollten oder welche diese aus guten Gründen kritisierten, immer von einer »Verblödungsdiktatur«.

Das intellektuelle Ausbluten des Staates, der seine ganzen klugen aber kritischen Köpfe diffamierte, mit Berufsverboten belegte und sie am Ende vom östlichen in den westlichen Teil des Landes verjagte, war ein wesentlicher Grund für eine Mauer, die das Land nicht nur über fast dreißig Jahre zerschnitt,

sondern die Bevölkerung des Ostens in dieser Zeit am Zutritt zu wesentlichen Teilen der Welt hinderte. Der Rest ist Geschichte.

Wenn heute eine politische Kaste, die von der Schulbank, (oftmals ohne irgend eine Ausbildung oder eine andere Lebensleistung) direkt auf die (grüne) Abgeordnetenbank gewechselt ist oder die sich den uralten schwarzrotgelben Russenhass aus dem Kalten Krieg für die Neuzeit konserviert hat, wieder jeden klugen und renommierten Kopf als Schwurbler oder Verschwörungstheoretiker abtut, der es wagt, eine (themenneutrale!) Kritik an der Regierungsarbeit zu äußern, haben wir dasselbe politische Niveau erreicht, an dem schon drei Staatsformen unseres Landes im Laufe des letzten Jahrhunderts gescheitert sind. Zwei davon, jeweils mit den katastrophalen Folgen eines Weltkrieges.

Umgang mit Intellektuellen: Unfassbar arrogante Dummheit

Intellektuelle und Künstler vom Range eines Konstantin Wecker, Martin Walser, Reinhard Mey oder wie jüngst Klaus von Dohnanyi und viele andere prominente Namen aus Kultur, Politik und Wissenschaft, welche zur Mäßigung des Russenhasses mahnen und vor den Folgen eines (nuklearen) dritten Weltkrieges warnen, (wie übrigens sogar unser Regierungschef selbst) in übelster Weise zu verunglimpfen und auszulachen, zeugt nicht nur von politischer Blindheit sondern vor allem von unfassbar arroganter Dummheit.

Es sind somit nicht die Sprachfehler einer Ministerin, die komische Frisur eines Möchtegernministers, die äußerlichen Attribute einer Parteichefin, der modisch in den sechziger Jahren verhaftete Bekleidungsstil einer Verteidigungsministerin, die wirren Orakel eines Gesundheitsministers oder die einschläfernden Reden des Regierungschefs, welche Kritik laut werden lassen. Es ist eine von der eigenen Hybris zerfressene und die Bevölkerung genauso wie ihre Kritiker verachtende Politik, die das Land in den physischen Untergang führen wird.

Eine politische Kaste, die jede Bodenhaftung und jeglichen Bezug zu ihren Bürgern verloren hat, die nicht mehr ihrem Volke dient sondern sich als ausführendes Organ der US-Politik in Europa versteht und die skrupellos gewillt ist, sogar die Bevölkerung des eigenen Landes als Kanonenfutter für die wirtschaftlichen Interessen der »befreundeten« Großmacht in eine

m Stellvertreterkrieg zu opfern.

Mit dem Holzhammer

 

 

 

Leider haben die Medien in unserem Land die unrühmliche, jedoch äußerst erfolgreiche Rolle übernommen, die Bevölkerung mit einer politisch genormten, 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche dauernden Gehirnwäsche zu einer willigen Masse zu formen. Eine unkritische Masse, welche nach dem »kalten« Wirtschaftskrieg in Folge der Pandemie ökonomisch und psychologisch kaum mehr in der Lage ist zu opponieren, welche die geopolitischen Zusammenhänge oftmals nicht wirklich versteht oder gewillt ist, sich damit überhaupt zu befassen. Allerorten geschürter blinder Hass verhindert differenzierende Information.

Wer den Krieg mit all seinen Schrecken und Putins Angriffskrieg auf die Ukraine nicht verurteilt, »dem muss man den moralischen Kompass mit dem Holzhammer gerade rücken«, formulierte es jüngst eine FDP-Politikerin. Soweit so gut, soweit so richtig …

Aber wer wie sie unterschlägt, welche geopolitischen Verwerfungen innerhalb der Ukraine überhaupt erst zu diesem Konflikt geführt haben und welche unverhohlenen Drohgebärden und Kriegsspiele das westliche Militärbündnis namens NATO unter der Führung der USA an den gesamten russischen Außengrenzen seit Jahren betreiben, dem wäre ebenfalls eine Geraderückung zumindest des politischen Kompasses dringend zu empfehlen!

Diktatur der Blödiane

Aber stattdessen werden, dem Modell der Corona-Politik folgend, auch jetzt wieder sämtliche Mahner zur Vernunft lauthals und parteiübergreifend an den üblichen rechtspopulistischen Pranger gestellt und sogar die Friedensbewegung, (aus der eine heute regierende grüne Kriegspartei hervorgegangen ist), als fünfte Kolonne Russlands »eingeschwurbelt«. Politisches Selbstverständnis funktioniert fast immer nur auf der Basis eines soliden Feindbildes.

Aber »Frieden« und »Sieg« bedeuten eben nicht dasselbe: Frieden setzt Diplomatie voraus, ein Sieg einen gewonnenen Krieg. Dummerweise sind die Verlierer eines jeden Krieges aber immer alle beteiligten Völker. Somit wird jede Kugel und jede Waffe mehr jeden Krieg exponentiell verlängern und ausweiten. Eine Regierung, die ihrer Bevölkerung versucht genau diese Fakten zu verschleiern, um ihre eigenen machtpolitischen und monetären Interessen und die ihrer lobbyistischen Auftraggeber zu sichern, verliert damit jede demokratische Legitimation.


Und ein Volk, welches sich jubelnd von solch einer Regierung in einen alles vernichtenden Weltenbrand führen lässt, hat seinen Status als eigentlicher Souverän des Landes längst eingebüßt. Oder wie mein Herr Vater es damals formulierte: Wir werden von einer Diktatur der Verblödung als Geiseln gehalten.

 

 

 

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