Nie wieder Faschismus


30. Mai 2016   Aktuell - Nie wieder Faschismus

Auschwitz Gaskammern und Krematorium

 

Auschwitz Stammlager

Gaskammer
       

Die im Inneren eingesperrten Menschen konnten schon nichts mehr tun. Also schrien sie nur mit bitteren, kläglichen Stimmen. Andere klagten mit Stimmen voll Verzweiflung, noch andere schluchzten krampfhaft und es erhob sich ein grauenvolles Weinen. Inzwischen sind ihre Stimmen immer schwächer geworden; das Gas ist schon in ihre Lungen gedrungen. Schließlich sind sie gefallen. Sterbend fielen — wegen des großen Gedränges — die einen auf die anderen, bis ein Haufen von fünf und sechs übereinanderliegender Schichten entstand, der bis zu einem Meter Höhe reichte. Die Mütter erkalteten auf der Erde in sitzender Stellung. ihre Kinder umarmend, und die Männer starben, ihre Frauen umarmend. Ein Teil der Menschen bildete eine formlose Masse. Andere standen in gebeugter Haltung der untere Teil des Körpers stehend, der obere dagegen — vom Bauch nach oben — in liegender Stellung. Ein Teil der Menschen war unter dem Einfluß des Gases ganz blau angelaufen,andere sahen vollständig frisch aus, als ob sie schliefen.

       
Entleerung der Gaskammer

Entleerung der Gaskammer durch das Jüdische Sonderkommando


Nach der Öffnung der Gaskammer wurde zuerst befohlen, die herausgefallenen Leichen und dann die hinter der Tür liegenden wegzuschaffen, um den Zugang freizumachen.

Weiterlesen: Auschwitz Gaskammern und Krematorium

29. Mai 2016   Aktuell - Nie wieder Faschismus

Faschismus - Seilschaften garantieren Karrieren in Wirtschaft, Justiz und Politik

Gestern wie heute: Seilschaften garantieren Karrieren in Wirtschaft, Justiz und Politi

Man kann sagen: Zentrales Instrument, um "Ordnung"  (oder Gleichschaltung) herzustellen, war/ist die Anwendung von Gewalt. Konsens und Gewalt bilden im Faschismus zwei Seiten einer Medaille.

Um Gewalt  auszuüben, benötigt man u. a. ein Netzwerk in der Polit-Hierarchie, bzw. eine Gemeinschaft von Personen mit gleichen Interessen, die sich unterstützt ... zuerst gegen Andersdenkende, im Laufe der Zeit gegen alles, was "anders" ist. Auch die Mitarbeit von Fachkräften und Experten in der Verwaltung trug/trägt dazu bei, daß Faschismus sich etablieren konnte/kann und reibungslos funktioniert. Heute wie "damals",  Seilschaften garantieren Karrieren in Wirtschaft, Justiz und Politik.

Quellen:

Jana Wolf, Lehrstuhl für Zeitgeschichte, Technische Universität Dresden

Die faschistische Herausforderung. Netzwerke, Zukunftsverheißungen und Kulturen der Gewalt in Europa 1922 bis 1945

Täter und Mitläufer

24. Mai 2016   Aktuell - Nie wieder Faschismus

Deutsche Juristen und die NS-Diktatur: Was damals Recht war ...

In westdeutschen Gerichten hatten nach 1949 wieder ehemalige Nazijuristen das Sagen. Gezielt behinderten sie die Ahndung von NS-Verbrechen

 

25. Februar 2009, 7:00 Uhr

 

Das Beweismaterial, das der Sozialistische Deutsche Studentenbund 1959 zutage förderte, versetzte die Republik über Monate in Aufregung. Studenten der Westberliner Sektion hatten es sich aus Ost-Berlin, Prag und Warschau beschafft. Es handelte sich um kopierte Akten aus Militärarchiven. Auszüge aus Personalakten von NS-Juristen befanden sich darunter sowie Hinrichtungslisten und Todesurteile. Der Vergleich mit den Namenshandbüchern der bundesdeutschen Justiz ergab: Sämtliche in den Schriftstücken genannten Richter und Staatsanwälte, mehr als hundert an der Zahl, waren wieder in Amt und Würden – Männer, die während des Nationalsozialismus Tausende Menschen in den Tod geschickt hatten, nicht selten wegen Lappalien, wegen der Verletzung eines Diensthundes, wegen Entwendung eines Würstchens oder einer angebrochenen Flasche Kölnisch Wasser. Ungesühnte Nazijustiz hieß die Ausstellung, in der diese Dokumente von November 1959 an in der Karlsruher Stadthalle zu sehen waren.

Weiterlesen: Deutsche Juristen und die NS-Diktatur: Was damals Recht war ...

27. Mai 2016   Aktuell - Nie wieder Faschismus

Schachmatt für die Menschheit - (Die neue Weltordnung)

24. Mai 2016   Aktuell - Nie wieder Faschismus

Die Weiße Rose - Sophie Scholl

Sophie Scholl 1942

Sophie Scholl in einem Brief an Fritz Hartnagel, 9. April 1940

"Manchmal graut mir vor dem Krieg, und alle Hoffnung will mir vergehen. Ich mag gar nicht dran denken, aber es gibt ja bald nichts anderes mehr als Politik, und solange sie so verworren ist und böse, ist es feige, sich von ihr abzuwenden.
 
Ich kann es nicht begreifen, daß nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen. Ich kann es nie begreifen und ich finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für´s Vaterland", schreibt Sophie Scholl am 5. September 1939, wenige Tage nach Kriegsbeginn, an ihren Freund Fritz Hartnagel. Als 16-Jährige hat sie ihn beim Tanzen kennen gelernt, jetzt ist er angehender Berufsoffizier. Bei aller Liebe zu Fritz hinterfragt sie wiederholt in ihren Briefen seine Rolle als Soldat. Sie sei "eben politisch erzogen", erklärt sie ihm ihre kritische Haltung.

Wie ihre älteren Geschwister Inge und Hans ist Sophie anfangs noch begeistert vom Gemeinschaftsideal, das die Nationalsozialisten propagieren. Im Januar 1934 tritt sie den Ulmer Jungmädeln bei und übernimmt bald Führungsaufgaben. Doch dann geraten ihre Geschwister und sie selbst wegen "bündischer Umtriebe" mit dem Gesetz in Konflikt. 1937 werden sie von der Gestapo kurzzeitig verhaftet, ein Jahr später verliert Sophie ihren Rang als Gruppenführerin. Zunehmend entdeckt sie Widersprüche zwischen der parteigesteuerten Fremdbestimmung und dem eigenen liberalen Denken.
Zitat

”Nach dem Abitur im März 1940 beginnt Sophie Scholl eine Ausbildung als Kindergärtnerin. Sie hofft, damit dem Reichsarbeitsdienst zu entgehen. Doch die Ausbildung wird nicht als Ersatz anerkannt. Sie muss zum Arbeitsdienst und darf erst im Mai 1942 zum Biologie- und Philosophiestudium nach München ziehen. Dort wird Sophie schnell in den Freundeskreis ihres Bruders Hans aufgenommen. Die Freude an Musik (Sophie tanzt gerne und spielt Klavier) und Kunst (sie ist eine talentierte Zeichnerin) verbindet sie miteinander.

Die jungen Leute besuchen die Vorlesungen des Philosophieprofessors Kurt Huber und diskutieren philosophische und religiöse Fragen, etwa inwiefern Christen als politisch denkende und handelnde Menschen gefordert sind. Die Gruppe, aber besonders Sophie wird von den Arbeiten des katholischen Publizisten Theodor Haecker beeinflusst, der unter den Nationalsozialisten nicht mehr veröffentlichen darf. Und schließlich eint die Freunde, dass sie Hitler und sein Regime ablehnen. Inwieweit Sophie im Sommer 1942 bereits an den Flugblatt-Aktionen ihres Bruders und seines Freundes Alexander Schmorell beteiligt ist, ist heute ungewiss.

Sophie Scholl 1942 (© Gedenkstätte Deutscher Widerstand)
Im Januar 1943 engagiert Sophie sich bei der Herstellung und Verbreitung des fünften Flugblatts; ihr Freund Fritz kämpft derweil in Stalingrad. Das sechste ist bereits gedruckt, als sie von einem Eltern-Besuch nach München zurückkehrt. Am 18. Februar legt sie gemeinsam mit ihrem Bruder Hans Flugblätter in der Uni aus und wirft dabei einen Stoß Blätter von einer Brüstung in den Lichthof hinab. Beide werden entdeckt und verhaftet. In den Verhören kann Sophie den Gestapo-Beamten Robert Mohr zunächst von ihrer Unschuld überzeugen, doch dann ist die Beweislast erdrückend.

Sie gesteht ihre Mitarbeit und versucht, sich und Hans als Hauptakteure darzustellen. Vier Tage nach ihrer Festnahme findet die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof statt. Sophie Scholl, ihr Bruder Hans und Christoph Probst werden zum Tode verurteilt und am selben Tag durch das Fallbeil hingerichtet. Sophie Scholl wird 21 Jahre alt.
 
Kirsten Schulz
Bundeszentrale für  politische Bildung

Suche

 
 
 
 

Konversion statt Aggression

 

Fraktion DIE LINKE: PLAN B

 

Rosa Luxemburg Stiftung

 
 

Besucherzähler

Heute7
Gestern21
Woche7
Monat320
Insgesamt60438
 

Anmeldung