Nie wieder Faschismus


24. Mai 2016   Aktuell - Nie wieder Faschismus

Deutsche Juristen und die NS-Diktatur: Was damals Recht war ...

In westdeutschen Gerichten hatten nach 1949 wieder ehemalige Nazijuristen das Sagen. Gezielt behinderten sie die Ahndung von NS-Verbrechen

 

25. Februar 2009, 7:00 Uhr

 

Das Beweismaterial, das der Sozialistische Deutsche Studentenbund 1959 zutage förderte, versetzte die Republik über Monate in Aufregung. Studenten der Westberliner Sektion hatten es sich aus Ost-Berlin, Prag und Warschau beschafft. Es handelte sich um kopierte Akten aus Militärarchiven. Auszüge aus Personalakten von NS-Juristen befanden sich darunter sowie Hinrichtungslisten und Todesurteile. Der Vergleich mit den Namenshandbüchern der bundesdeutschen Justiz ergab: Sämtliche in den Schriftstücken genannten Richter und Staatsanwälte, mehr als hundert an der Zahl, waren wieder in Amt und Würden – Männer, die während des Nationalsozialismus Tausende Menschen in den Tod geschickt hatten, nicht selten wegen Lappalien, wegen der Verletzung eines Diensthundes, wegen Entwendung eines Würstchens oder einer angebrochenen Flasche Kölnisch Wasser. Ungesühnte Nazijustiz hieß die Ausstellung, in der diese Dokumente von November 1959 an in der Karlsruher Stadthalle zu sehen waren.

Weiterlesen: Deutsche Juristen und die NS-Diktatur: Was damals Recht war ...

24. Mai 2016   Aktuell - Nie wieder Faschismus

Die Weiße Rose - Sophie Scholl

Sophie Scholl 1942

Sophie Scholl in einem Brief an Fritz Hartnagel, 9. April 1940

"Manchmal graut mir vor dem Krieg, und alle Hoffnung will mir vergehen. Ich mag gar nicht dran denken, aber es gibt ja bald nichts anderes mehr als Politik, und solange sie so verworren ist und böse, ist es feige, sich von ihr abzuwenden.
 
Ich kann es nicht begreifen, daß nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen. Ich kann es nie begreifen und ich finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für´s Vaterland", schreibt Sophie Scholl am 5. September 1939, wenige Tage nach Kriegsbeginn, an ihren Freund Fritz Hartnagel. Als 16-Jährige hat sie ihn beim Tanzen kennen gelernt, jetzt ist er angehender Berufsoffizier. Bei aller Liebe zu Fritz hinterfragt sie wiederholt in ihren Briefen seine Rolle als Soldat. Sie sei "eben politisch erzogen", erklärt sie ihm ihre kritische Haltung.

Wie ihre älteren Geschwister Inge und Hans ist Sophie anfangs noch begeistert vom Gemeinschaftsideal, das die Nationalsozialisten propagieren. Im Januar 1934 tritt sie den Ulmer Jungmädeln bei und übernimmt bald Führungsaufgaben. Doch dann geraten ihre Geschwister und sie selbst wegen "bündischer Umtriebe" mit dem Gesetz in Konflikt. 1937 werden sie von der Gestapo kurzzeitig verhaftet, ein Jahr später verliert Sophie ihren Rang als Gruppenführerin. Zunehmend entdeckt sie Widersprüche zwischen der parteigesteuerten Fremdbestimmung und dem eigenen liberalen Denken.
Zitat

”Nach dem Abitur im März 1940 beginnt Sophie Scholl eine Ausbildung als Kindergärtnerin. Sie hofft, damit dem Reichsarbeitsdienst zu entgehen. Doch die Ausbildung wird nicht als Ersatz anerkannt. Sie muss zum Arbeitsdienst und darf erst im Mai 1942 zum Biologie- und Philosophiestudium nach München ziehen. Dort wird Sophie schnell in den Freundeskreis ihres Bruders Hans aufgenommen. Die Freude an Musik (Sophie tanzt gerne und spielt Klavier) und Kunst (sie ist eine talentierte Zeichnerin) verbindet sie miteinander.

Die jungen Leute besuchen die Vorlesungen des Philosophieprofessors Kurt Huber und diskutieren philosophische und religiöse Fragen, etwa inwiefern Christen als politisch denkende und handelnde Menschen gefordert sind. Die Gruppe, aber besonders Sophie wird von den Arbeiten des katholischen Publizisten Theodor Haecker beeinflusst, der unter den Nationalsozialisten nicht mehr veröffentlichen darf. Und schließlich eint die Freunde, dass sie Hitler und sein Regime ablehnen. Inwieweit Sophie im Sommer 1942 bereits an den Flugblatt-Aktionen ihres Bruders und seines Freundes Alexander Schmorell beteiligt ist, ist heute ungewiss.

Sophie Scholl 1942 (© Gedenkstätte Deutscher Widerstand)
Im Januar 1943 engagiert Sophie sich bei der Herstellung und Verbreitung des fünften Flugblatts; ihr Freund Fritz kämpft derweil in Stalingrad. Das sechste ist bereits gedruckt, als sie von einem Eltern-Besuch nach München zurückkehrt. Am 18. Februar legt sie gemeinsam mit ihrem Bruder Hans Flugblätter in der Uni aus und wirft dabei einen Stoß Blätter von einer Brüstung in den Lichthof hinab. Beide werden entdeckt und verhaftet. In den Verhören kann Sophie den Gestapo-Beamten Robert Mohr zunächst von ihrer Unschuld überzeugen, doch dann ist die Beweislast erdrückend.

Sie gesteht ihre Mitarbeit und versucht, sich und Hans als Hauptakteure darzustellen. Vier Tage nach ihrer Festnahme findet die Verhandlung vor dem Volksgerichtshof statt. Sophie Scholl, ihr Bruder Hans und Christoph Probst werden zum Tode verurteilt und am selben Tag durch das Fallbeil hingerichtet. Sophie Scholl wird 21 Jahre alt.
 
Kirsten Schulz
Bundeszentrale für  politische Bildung
09. Mai 2016   Aktuell - Nie wieder Faschismus

In Memoriam 08.05.1945 - nie wieder Krieg - nie wieder Faschismus

Braunes Erbe Helmstedt

Beitrag: Roswitha Engelke

Braune Wurzeln -
Alt-Nazis in den niedersächsischen
Landtagsfraktionen
Zur NS-Vergangenheit von niedersächsischen Landtagsabgeordneten in der Nachkriegszeit

Ein ehemaliges SA-Mitglied im Rat der Stadt Helmstedt, im Kreistag der Stadt Helmstedt, im Landtag, als Landrat.

Einer von vielen: Friedrich Wilhelm Evers. Von Friedrich-Wilhelm Evers aus Süpplingen im Kreis Helmstedt ist ein Mitgliedsbuch und Personal-Ausweis der NSDAP mit Foto überliefert, das den am 1. September 1932 in die NSDAP eingetretenen späteren CDU-Landtagsabgeordneten in strammer SA-Uniform zeigt.

In der neuen Bundesrepublik wurde Evers CDU-Mitglied und Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des CDU-Kreisverbandes in Helmstedt. Seit 1952 war er Ratsherr. Er bekleidete vom 26. Juni 1972 bis 15. November 1972 und von 1974–1991 das Amt des Landrates des Landkreises Helmstedt. Evers wurde zum Mitglied des Niedersächsischen Landtages der neunten und zehnten Wahlperiode vom 21. Juni 1978 bis 20. Juni 1986 gewählt.

Quelle:
Broschüre "Braune Wurzeln - Alte Nazis in den niedersächsischen Landtagsfraktionen

24. Mai 2016   Aktuell - Nie wieder Faschismus

Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren

Am 14. Dezember 2011 veröffentlichte der 17. Deutsche Bundestag die Drucksache 17/8134 zu Personen mit NS-Vergangenheit in Bundeseinrichtungen, Bundesregierungen und Bundestag. Vorausgegangen war eine Große Anfrage der Abgeordneten Jan Korte, Sevim Dağdelen, Ulla Jelpke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.

 

In dieser Liste werden Politker aufgeführt, die nachweislich Mitglied der NSDAP und/oder einer ihrer Gliederungen SA oder SS waren und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine Rolle in der Politik spielten. Die Tabelle beinhaltet Angaben zum jeweiligen Zeitraum der Mitgliedschaft in der NSDAP, sowie Informationen zu späterer Parteizugehörigkeit und Ausübung politischer Ämter. Weitergehende Informationen sollten in den Artikeln zur Person selbst zu finden sein.

 

Zur Großen Anfrage und zur Antwort des Bundesinnenministeriums

 

BT -
Große Anfrage, Urheber: Fraktion DIE LINKE Jan Korte, MdB, DIE LINKE, Große Anfrage Sevim Dagdelen, MdB, DIE LINKE, Große Anfrage und andere
 
06.12.2010 - BT-Drucksache 17/412
 

BT  -   

Antwort, Urheber: Bundesregierung, Bundesministerium des Innern (federführend)

14.12.2011 - BT-Drucksache 17/8134 

27. Januar 2016   Aktuell - Nie wieder Faschismus

27. Januar 2016: Wehret den Anfängen!

Kein Vergeben! Kein Vergessen!

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee der Sowjetunion das nationalsozialistische Vernichtungslager Auschwitz. Dazu erklärt Sabine Lösing, friedens- und außenpolitische Sprecherin der Delegation DIE LINKE im Europaparlament:

„Auch 71 Jahre nach der Befreiung darf Auschwitz als Symbol der millionenfachen systematischen Ermordung der Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma und vieler anderer durch das nationalsozialistische Deutschland nicht in Vergessenheit geraten. Auch die Bundesregierung täte gut daran, sich an die Opfer der faschistischen Eroberungs- und Vernichtungspolitik zu erinnern. Bis heute sind nicht alle Opfer entschädigt, bis heute nicht alle Täterinnen und Täter zur Rechenschaft gezogen worden.

Weiterlesen: 27. Januar 2016: Wehret den Anfängen!

Suche

 
 
 
 

Konversion statt Aggression

 

Fraktion DIE LINKE: PLAN B

 

Rosa Luxemburg Stiftung

 
 

Besucherzähler

Heute2
Gestern40
Woche2
Monat628
Insgesamt57010
 

Anmeldung