Energie-/Umweltpolitik

17. Oktober 2020   Themen - Energie-/Umweltpolitik

Leserbrief an Spektrum der Wissenschaft

Dip. Ing. Ulrich Engelke

Sehr geehrte Damen und Herren,

in dem Artikel "Chronisten der Erdgeschichte" wird wie leider so häufig (S. 52, Abs. 3) bei der Abholzung von Wäldern nur die Freisetzung von CO2 als Klimafaktor genannt. Meines Erachtens gibt es eine weitere negative Wirkung durch Entwaldungen auf das Klima, die aber regelmäßig vernachlässigt wird. Es handelt sich um die Evapo-Transpiration, die als Kühlung durch die Kondensation des Wasserdampfes in der Atmosphäre zu verstehen ist. Die betreffende Wärme wird der Erde entzogen und aus der Atmosphäre in den Raum abgestrahlt.

Der Anteil der Evapo-Transpiration macht sehr genau ein Drittel der Wärmeabgabe zurück in den Raum aus, zieht man von der Einstrahlung den Anteil der Direktreflexion ab. Ich bin der Auffassung, dass Entwaldungen zum Rückgang der Wasserdampfkühlung daher maßgeblich beitragen könnten. Und die Erde ist und wird weiterhin in vielen Kontinenten massiv entwaldet.

Ich muss aber hinzufügen, dass seitens des Weltklimarates hinsichtlich Wasserdampfs das genaue Gegenteil behauptet wird (Wasserdampfverstärkung). Eine quantitative Abschätzung, die relativ einfach vorzunehmen ist, hat mir jedoch aufgezeigt, dass der Kühleffekt vom Betrag her gut doppelt größer ist als der Betrag der Treibhauswirkung.

Mit freundlichem Gruß
Ulrich Engelke

17. Oktober 2020   Themen - Energie-/Umweltpolitik

Colorado: Cameron Peak Fire breitet sich aus

Im US-Bundesstaat Colorado wüten im Gebiet der Rocky Mountains schwere Wald- und Buschbrände. Starke Winde haben die Feuer in den vergangenen Tagen immer weiter angefacht. Mittlerweile haben sich die Flammen zum größten Feuer in der Geschichte des Bundesstaates ausgedehnt. Nach aktuellem Stand brannten bereits knapp 700 Quadratkilometer Wald und Buschland nieder.

Fast 100 Löschfahrzeuge und rund 500 Feuerwehrleute waren vor Ort, um Häuser und andere Gebäude entlang der besonders aktiven Stellen des Feuers zu schützen. Zahlreiche Menschen mussten aus dem Brandgebiet bereits evakuiert werden. Auch in der Hauptstadt Denver ist die riesige Rauchfahne der Feuer zu sehen, in der Region liegt zum Teil Brandgeruch in der Luft.

 

Das sogenannte "Cameron Peak Fire" war bereits Mitte August ausgebrochen und hatte sich zunächst nur langsam ausgeweitet. Erst die starken Winde fachten die Flammen deutlich an, wodurch sie auf immer mehr Regionen übergreifen konnten.

Es ist zu befürchten, dass die Brände noch größer werden, denn im betroffenen Gebiet ist es weiterhin sehr stürmisch. In den Rocky Mountains soll der Wind auch am Wochenende noch Spitzenböen zwischen 100 und 150 Kilometer pro Stunde erreichen.

 

 

28. September 2020   Themen - Energie-/Umweltpolitik

Die gute Nachricht, Atommüll-Endlager-Suche: Gorleben endlich raus - die schlechte Nachricht: für ein Endlager kommen Teilgebiete in Bayern, Baden Württemberg und Niedersachsen in Frage


90 Gebiete in Deutschland haben nach Auffassung der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager.Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein. Teilgebiete liegen etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

 

Pressemitteilung von Amira Mohamed Ali, Hubertus Zdebel, 28. September 2020

„Es ist eine sehr gute Nachricht, dass Gorleben raus ist. Dafür haben wir LINKEN an der Seite der Anti-AKW-Bewegung und der Umweltverbände gekämpft.

Das ist ein gutes Signal für die Endlagersuche,“ erklärt Amira Mohamed Ali, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des heute veröffentlichten Zwischenberichts ‚Teilgebiete‘ der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Der Zwischenbericht weist anhand geologischer Kriterien und unterschiedlicher Gesteinsformationen Vorschläge für Regionen aus, die für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle möglicherweise geeignet sind. Mohamed Ali weiter:

DIE LINKE hat die Atomenergie zur Stromerzeugung immer abgelehnt und deshalb einen Atomverzicht ins Grundgesetz gefordert. Jetzt muss es darum gehen, Mensch und Umwelt vor den Strahlen-Risiken zu schützen, die von den atomaren Hinterlassenschaften ausgehen. Dazu braucht es eine bestmögliche sichere Endlagerstätte innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und bei dieser Suche darf es kein St. Florian-Prinzip geben. Kein Bundesland darf sich jetzt grundsätzlich aus der Verantwortung ziehen. Die Haltung der bayerischen CSU und der Bayerischen Landesregierung, die vorsorglich in ihrem Koalitionsvertrag beschlossen hat, dass Bayern kein geeigneter Standort für ein Atomendlager sei, ist völlig inakzeptabel. Wenn weiterhin standortpolitische Interessen die Endlagersuche prägen, kann es kein gelingendes Verfahren geben.“

Karte potentieller Atommülllager in Deutschland


 

29. September 2020   Themen - Energie-/Umweltpolitik

Kritik des Asse II-Koordinationskreises zum Rückholungsplan

Quelle: AufpASSEnev

Published 29. September 2020

Der Asse II-Koordinationskreis weist den sogenannten „Rückholplan“ der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) vom 19.2.2020 für die Rückholung von Atommüll aus der Schachtanlage Asse II als völlig unzureichend und fehlerhaft zurück.


Dieses Dokument ist nicht viel mehr als eine Aneinanderreihung von überwiegend alten Berichten und Studien, die längst bekannt sind. Es beschreibt die Grundvoraussetzungen, den Ist-Zustand und die vorhandenen Konzeptplanungen sowie weitere Vorstellungen zur Rückholung und eine Standortbestimmung für ein Zwischenlager. Eine professionelle Projektplanung ist das nicht.
Dieser Rückholungsplan ist mit vielen rechtlichen und fachlichen Fragezeichen versehen. Übrig bleiben könnte die Errichtung einer Konditionierungsanlage und eines Langzeit-Zwischenlagers für
schwach- und mittelradioaktiven Atommüll an der Asse, ohne dass je die Rückholung des Atommülls genehmigt werden kann. Damit allein wäre der Region nicht gedient. Die Versuchung wäre groß, diese Konditionierungsanlage und das Zwischenlager für anderen Atommüll zu nutzen, beispielsweise als Eingangslager für Schacht Konrad.


Die sieben wichtigsten Kritikpunkte zum Rückholungsplan:

  1. Es fehlt ein professionelles Projektmanagement mit einem ständig zu überarbeitenden Zeit- und Masterplan (z.B. Netzplan).
  2. Es fehlt die Klärung der rechtlichen Situation für eine genehmigungsfähige Rückholung
    (Bergrecht §224 ABVO und Atomrecht / Strahlenschutzverordnung 2019) und es fehlt die aktuelle Konsequenzenanlyse im Rückholungsplan.
  3. Es fehlen genaue Beschreibungen, wie der Betreiber dem Minimierungsgebot der Strahlenschutzverordnung gerecht werden will.
  4. Die GNS/WTI-Studie („Standortunabhängiges Konzept für die Nachqualifizierung und Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle aus Asse II“) zur Minimierung von Freisetzungen radioaktiver Stoffe wurde im Rückholungsplan nicht berücksichtigt. Das heißt: es fehlt eine Planungsvariante, bei der eine Probenahme und Messungen von Radionukliden unter Tage vorgenommen werden – vor der Umverpackung, um unnötiges Öffnen von Atommüll-
    Umverpackungen zu vermeiden.

    Weiterlesen: Kritik des Asse II-Koordinationskreises zum Rückholungsplan

    22. September 2020   Themen - Energie-/Umweltpolitik

    Ostsee-Tunnel verhindern - Aktion in Leipzig

    22. Sep. 2020 — 

    Liebe BELTRETTER, Unterstützer und Unterzeichner,

    in Leipzig sind heute Bagger aufgefahren – mit Schaufeln voller Dreck, zerstörter Urlaubsutensilien, Fischgräten und Attrappen toter Schweinswale. Mit der Inszenierung wollen wir nochmals vor den katastrophalen Auswirkungen warnen, die Nordeuropas größte Baustelle auf Mensch und Natur haben würde, sollte der Ostsee-Tunnel wie geplant gebaut werden. Denn: Am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute das größte Umweltrechtsverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik begonnen. An mindestens sechs Tagen werden die Klagen unter anderem von Umweltorganisationen und Fährunternehmen gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Bau des Ostsee-Tunnels verhandelt. Zur Eröffnung des Verfahrens haben wir BELTRETTER die drohende Zerstörung symbolisch inszeniert. Für den längsten Absenktunnel der Welt müsste schließlich ein 18 Kilometer langer, 16 Meter tiefer und 200 Meter breiter Graben ausgehoben werden – und das mitten in einem europäischen Meeresschutzgebiet. 

    Weiterlesen: Ostsee-Tunnel verhindern - Aktion in Leipzig

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