Soziales

10. September 2020   Themen - Soziales

Ein "auf die Schulterklopfen" reicht nicht!

Erzieherinnen und Erzieher, Busfahrerinnen und Busfahrer, Pflegekräfte: Sie alle sind im öffentlichen Dienst beschäftigt. 

Die Corona-Pandemie ist für sie eine besondere Belastungsprobe. Vielfach riskieren sie ihre Gesundheit, um das öffentliche Leben am Laufen zu halten.

Die aktuellen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst könnten zeigen, dass die Wertschätzung, die diese Berufsgruppen in der Pandemie erfahren haben, mehr war als bloße Rhetorik. Wenn die rund 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst nun 4,8 Prozent mehr Lohn fordern, dann nicht trotz, sondern wegen Corona. Doch die öffentlichen Arbeitgeber stellen sich quer und fordern eine Nullrunde, angeblich wegen klammer Kassen. Eigentlich absurd: noch im Juni flossen aus diesen Kassen 130 Milliarden Euro an Corona-Hilfen für Unternehmen. 20 Milliarden Euro ließ sich die Bundesregierung die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer kosten. Demgegenüber würden die Mehrkosten im Zusammenhang mit den Lohnforderungen in Höhe von 5,6 Milliarden Euro nur einen Bruchteil ausmachen. Mehr dazu in unserer aktuellen Ausgabe von "Auf den Punkt gebracht".

DIE LINKE unterstützt die Forderungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Denn die Kosten der Corona-Krise dürfen nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen. Gemeinsam wollen wir den daher Druck auf die Arbeitgeber vor der zweiten Tarifrunde am 19./20. September erhöhen. Unterstützt uns dabei!

 

24. August 2020   Themen - Soziales

CDU: „Nackensteak-Esser sind das Rückgrat unserer Gesellschaft“

Quelle: Campact

Unser täglich Schnitzel gib uns heute – zwischen CDU und Billigfleisch-Lobby passte kein Blatt, doch dann kam Tönnies ... 

AktivistInnen gegen Tierqual in Megaställen, diffamierte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) als „selbsternannte Stallpolizei“.

Doch dann geschah Unvorhergesehenes: Der Corona-Skandal um die Großschlachterei änderte ex abrupto alles! Er könnte sich zum Supergau der Fleischindustrie entwickeln.

Verbal legte Klöckner eine 180-Grad-Wende hin wie damals Angela Merkel beim Atomausstieg: „Wenn für 100 Gramm Hähnchen 17 Cent verlangt werden, dann kann da kein Tierwohl und dann kann da auch kein Menschenwohl drin stecken.“ Eine Tierwohl-Abgabe müsse her, 40 Cent auf jedes Kilo Fleisch. Mit der könnten Bäuer*innen dann eine artgerechtere Haltung finanzieren.

Das wäre ein wichtiger Schritt für die Agrarwende. Allerdings kündigt Ministerin Klöckner gerne Verbesserungen an – die sie dann nicht umsetzt. (Bisher bekommt ein Landwirt für ein Kalb gerade mal 8,00 Euro! Wie kann ein lebendes Tier so wenig wert sein!) 

Nicht umgesetzte Verkündigungen sind allerdings Frau Klöckners Spezialgebiet. Besonders gefährlich: Ab September ringt eine Kommission aus Bäuer*innen und Agrarindustrie, Wissenschaftler*innen sowie Verbraucher- und Umweltverbänden um die Zukunft der Landwirtschaft.

Der perfekte Anlass für Klöckner, sie erstmal tagen zu lassen – und bis zur Bundestagswahl wieder nichts zu tun.

Ob sie diesmal damit durchkommt ist fraglich. Denn Fakt ist: Klöckner ist politisch angeschlagen. Ihre Arbeit gilt als ähnlich dürftig wie die von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Will sie nach der Wahl Ministerin bleiben, müsste sie endlich liefern. Also nehmen wir sie jetzt in die Pflicht: Wie damals nach Fukushima bringen wir in den nächsten Monaten ausdauernden und lauten Protest auf die Straße.

Schon nächste Woche legen wir los: Wenn Klöckner am Donnerstag mit ihren Länderkolleg*innen über den Fleischskandal spricht, sind wir in Berlin vor Ort. Und zwar mit einer großen Fahrrad-Demo.

Über den Demonstrierenden schwebt eine riesige Schweinefigur mit der Aufschrift: „Stoppt das Billigfleisch-System!“ Wenn sich dann im September die Zukunftskommission Landwirtschaft trifft, sind wir wieder zur Stelle. Und in dieser Schlagzahl soll es in den nächsten Monaten weitergehen.


Deswegen rufen wir - gemeinsam mit vielen Tier- und Umweltverbänden - unter dem Motto "Stoppt das Billigfleischsystem" am 27. August zur Fahrraddemo zur Agrarminister:innen-Konferenz in Berlin auf. Seid dabei!

Demoroute hier

 

20. August 2020   Themen - Soziales

Streik bei Harry-Brot in Hannover - Solidaritätserklärung mit den Beschäftigten

Solidaritätserklärung mit den Beschäftigten der Harry-Brot-GmbH in Hannover
 
20.08.2020
 
Liebe Kolleg*innen,
liebe Streikenden,
 
die Fraktion der Partei DIE LINKE. in der Regionsversammlung Hannover und die
Landesarbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft des Landesverbandes DIE LINKE.
Niedersachsen solidarisieren sich mit Eurem Streik für eine bessere Bezahlung in der
Lebensmittelindustrie.
 
In Zeiten der Corona-Pandemie habt Ihr für die Aufrechterhaltung der
Lebensmittelversorgung der Bevölkerung geschuftet und Überstunden leisten müssen. Die
Harry-Brot-GmbH hat Milliardenumsätze durch Eure Arbeit erwirtschaftet.
Nun drücken sich die Arbeitgeber darum, Eure Entlohnung den gestiegenen
Lebenshaltungskosten anzupassen. Der geltende Tarifvertrag wurde von der
Backwarenindustrie aufgekündigt. In den laufenden Tarifverhandlungen wurde bisher kein
Angebot vorgelegt.
 
Unser täglich Brot nur mit fairer Bezahlung. Wer den Laden am Laufen hält muss
ordentlich entlohnt werden. Die Nahrungsmittelindustrie gehört zu den Gewinnern
der Corona-Krise. Für eine kräftige Lohnerhöhung ist genug Geld da.
Auf der firmeneigenen Webseite wirbt die Harry-Brot-GmbH damit Verantwortung für die
eigenen MitarbeiterInnen zu übernehmen.
Das dazu auch eine faire Bezahlung gehören muss, sollte eine Selbstverständlichkeit
sein.
 
Mit kollegialen Grüßen,
Jessica Kaußen
 
und der Vorstand der LINKEN Helmstedt
23. August 2020   Themen - Soziales

Wieso eine Karriere niemanden als Person definiert

Heutzutage definiert sich fast jeder über seinen Job. Aber was ist, wenn der Job "verloren geht" oder nur ein Mittel zum Zweck ist und mit uns als Mensch rein gar nichts nichts zu tun hat?

 
„Ich Arbeite für...“ oder „Ich bin von Beruf...“ sind Äußerungen, die tagtäglich mehrmals über unsere Lippen rollen, als wären wir der Inbegriff unseres Berufes, als wären wir, das, was wir arbeiten. Natürlich ist es schön, wenn man sich mit seinem Beruf identifiziert, aber nicht jeder Mensch kann diesen Luxus sein eigen nennen.
 
Der Slogan einer "Gewinnergesellschaft" heißt: Wir können alles werden, was wir wollen! Ist das so? Und wenn es so ist, was wollen wir wirklich? Eindruck schinden oder glücklich sein?
 
Eine Gesellschaft, die den Wert eines Menschen an seinem Beruf ausmacht, ist ein trauriger Haufen. Seine Weltanschauung und sein Charakter sollten im Vordergrund stehen und nicht die Aktivität, mit der er Geld verdient, um seine Existenz zu sichern.

Egal, ob ArbeiterInnen oder AmtomphysikerInnen, all das sind Aktivitäten, womit der Lebensunterhalt verdient wird und nicht Charakterzüge, die uns als menschliches Wesen definieren. Wir sind alle auf der Welt aus ganz vielen unterschiedlichen Gründen und nicht, um einen gesellschaftlich hoch angesehenen oder bemerkenswerten Job auszuüben.

Vielleicht sind wir Mütter, Väter, KatzenbesitzeriInnen, Schwestern, Brüder, beste FreundiInnen, Ehefrauen oder Ehemänner, vielleicht lieben wir es bei Sonnenuntergang auf dem Balkon zu sitzen oder Sonntags einen langen Spaziergang durch den Wald zu machen, vielleicht helfen wir auch jeden Mittwoch in der Obdachlosenküche aus, oder passen auf die Nachbarskinder auf. All das sind Tätigkeiten, die uns als Mensch definieren und realisieren.

Wie wir uns anderen Menschen gegenüber verhalten und wie wir sie behandeln, zeigt mehr von unserem Selbst, als ein Job es je könnte. Wenn andere über uns reden, wird unser Job vielleicht erwähnt, aber unser Charakter trifft auf weitaus mehr Resonanz! Ob die positiv oder negativ ausfällt können nur wir selbst beeinflussen. Sobald wir akzeptieren, dass wir sehr viel mehr sind als nur unser Job, werden wir das sein, was wir im Grunde alle wollen, glücklich!
 
Angelehnt an einen Artikel aus "Women"
von Márcia Neves am 10.09.2017, 23:26
 
27. Juli 2020   Themen - Soziales

FAZ: Tönnies - Ansteckung im Umkreis von mehr als acht Metern

Quelle: FAZ

 

Ein Mitarbeiter des Fleischbetriebs Tönnies hat laut Ergebnissen einer Studie viele Personen im Zerlegebetrieb infiziert.

Ein Mitarbeiter in der Rinderzerlegung hat im Mai 2020 laut einer Studie das Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück verteilt. Dabei wurde das Virus nach dem Forschungsergebnis von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), der Uniklinik Hamburg-Eppendorf und des Leibnitz-Instituts für Experimentelle Virologie (HPI) auf mehrere Personen im Umkreis von mehr als acht Metern übertragen, wie das HZI am Donnerstag mitteilte. Dazu wurden die Standorte der Arbeiter bei der Arbeit und die Infektionsketten anhand von Virussequenzen analysiert.

In der Zerlegung wird die Luft durch Umwälzung auf 10 Grad gekühlt. Der Bonner Hygiene-Professor Martin Exner hatte die Luftumwälzung als einen möglichen Faktor für die Virus-Ausbreitung benannt, nachdem er die Arbeitsbedingungen vor Ort im Werk analysiert hatte. Tönnies hat daraufhin neue Filter-Anlagen installiert, um das Verteilen des Virus über die Luft zu unterbinden.

Suche

 
 
 
 

Europawahl 2019

 

Konversion statt Aggression

 

Fraktion DIE LINKE: PLAN B

 

Rosa Luxemburg Stiftung

 
 

Besucherzähler

Heute10
Gestern15
Woche68
Monat51
Insgesamt75170
 

Anmeldung