Soziales
Das Menschenrecht (?) auf Schwangerschaftsabbruch
(...) Die Notwendigkeit eines Schwangerschaftsabbruchs ist weit verbreitet: Weltweit benötigen viele Menschen regelmäßig aus unterschiedlichen Gründen Schwangerschaftsabbrüche. Der Zugang zu sicheren und legalen Abbrüchen ist aber bei weitem nicht für alle Menschen gewährleistet. Ein Grund dafür: Schwangerschaftsabbrüche sind eines der am heftigsten umstrittenen Themen weltweit. Die Debatte ist auch durch Fehlinformationen über die wahren Auswirkungen restriktiver Regelungen beim Zugang zu dieser grundlegenden Gesundheitsleistung geprägt. Im folgenden Text erfährst du, warum Kriminalisierung Abbrüche nicht verhindert, sondern viel Leid verursacht und warum Schwangerschaftsabbrüche eine Frage der Menschenrechte sind. (...)
Beitrag: Amnesty International
Warum der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen eine Frage der Menschenrechte ist
Der Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen ist ein Menschenrecht. Nach den internationalen Menschenrechtsnormen hat jeder Mensch ein Recht auf Leben, ein Recht auf Gesundheit und ein Recht auf Schutz vor Gewalt, Diskriminierung und Folter oder grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung. In den internationalen Menschenrechtsnormen ist eindeutig festgelegt, dass die Entscheidungen über den eigenen Körper allein bei einem selbst liegen – die so genannte körperliche Autonomie.
Jemanden zu zwingen, eine ungewollte Schwangerschaft fortzusetzen oder einen unsicheren Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen, ist eine Verletzung der Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Privatsphäre und des Rechts auf körperliche Autonomie.
In vielen Fällen riskieren diejenigen, die keine andere Wahl haben, als unsichere Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen, auch Strafverfolgung und Bestrafungen bis hin zu Gefängnisstrafen. Viel zu viele sind unmenschlicher Behandlung und Diskriminierung ausgesetzt. Die oftmals lebenswichtige Gesundheitsversorgung nach dem Schwangerschaftsabbruch wird vielen Betroffenen vorenthalten.
Der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ist daher von grundlegender Bedeutung für den Schutz und die Wahrung der Menschenrechte von Frauen, Mädchen und allen Personen, die schwanger werden können.
Amnesty International ist der Ansicht, dass jeder Mensch die Freiheit haben sollte, seine körperliche Autonomie auszuüben und Entscheidungen über das eigene reproduktive Leben selbst zu treffen, einschließlich der Frage, ob und wann die Person Kinder bekommt. Gesetzliche Bestimmungen über Schwangerschaftsabbrüche müssen die Menschenrechte schwangerer Personen respektieren, schützen und erfüllen und dürfen sie nicht dazu zwingen, unsichere Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen.
Aber was ist mit dem Recht auf Leben des ungeborenen Kindes – ist ein Schwangerschaftsabbruch unvereinbar mit dem Recht auf Leben? Nein, tatsächlich hat kein internationales oder regionales Menschenrechtsgremium jemals festgestellt, dass Schwangerschaftsabbrüche mit den Menschenrechten, einschließlich des Rechts auf Leben, unvereinbar sind.
Stattdessen hat der UN-Menschenrechtsausschuss wiederholt die Bedrohung für das Leben von Frauen und Mädchen betont, die durch Restriktionen besteht, die sie dazu zwingen, unsichere Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen. Die Gewährleistung des Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen für alle Menschen schützt das Recht auf Leben.
Amnesty International bezieht keine Stellung dazu, wann das menschliche Leben beginnt –dies ist eine moralische und ethische Frage, die jede*r für sich selbst entscheiden muss. Unsere Position steht im Einklang mit den internationalen Menschenrechtsnormen, die eindeutig besagen, dass die Menschenrechte nach der Geburt gelten, nicht davor.
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Verhütungskrise - Vernichtung von Verhütungsmitteln
Verbrennung von Verhütungsmitteln: Empörung über US-Pläne - Gegenwehr aus Frankreich und Belgien
Paris/Brüssel/Washington-
In Frankreich gibt es Empörung über Pläne der US-Regierung, für die Entwicklungshilfe bestimmte Verhütungsmittel im Wert von etwa 8,5 Millionen Euro in einer französischen Müllverbrennung zu vernichten. Nach übereinstimmenden amerikanischen Medienberichten lagern die Mittel – darunter Spiralen, Implantate und Pillen – in Belgien. Deren Verteilung wäre Aufgabe der Entwicklungsbehörde USAID gewesen, die unter US-Präsident Donald Trump weitgehend entmachtet wurde.
Belgien versucht bereits, eine Vernichtung der Vorräte an Verhütungsmitteln zu verhindern, die in Geel in der Nähe von Antwerpen eingelagert sind, teilte das belgische Außenministerium mit. Sobald die US-Pläne bekannt wurden, habe der Staat diplomatische Schritte bei der US-Botschaft in Brüssel unternommen und prüfe Optionen, um die Vernichtung der Mittel zu verhindern - einschließlich Lösungen für eine vorübergehende Verlagerung. Den Berichten zufolge haben die Mittel teils Haltbarkeitsdaten bis 2031, wären also noch mehrere Jahre lang verwendbar.
US-Regierung betreibt Anti-Abtreibungskurs
Die Mittel waren für Entwicklungsländer bestimmt und sollten dort den Zugang zu Verhütung erleichtern. Die Pläne zur Vernichtung stehen im Zeichen der Anti-Abtreibungspolitik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump. Dieser bekräftigte eine seit Jahrzehnten geltende Regelung, dass Schwangerschaftsabbrüche nicht mit US-Steuergeldern finanziert werden dürfen und strich Nichtregierungsorganisationen - die Informationen und Dienstleistungen zu Schwangerschaftsabbrüchen im Ausland anbieten – das Regierungsgeld.
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Sozialstaat unbezahlbar? Oder Kapitalismus zu teuer?
Beitrag: NachDenkSeiten
Die Massenarmut in Deutschland geht den Betreuern des Kapitalstandorts echt auf die Nerven. Die Leitmedien können das nachvollziehen. Nachdem der Kanzler auf einer Parteiveranstaltung verkündet hatte, „Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar“ (zit. nach Bastian Brinkmann: Ist der Sozialstaat wirklich nicht mehr finanzierbar?, Süddeutsche Zeitung, 27. August 2025), griffen die Medien das Thema begierig auf. Hier zeigte der Kanzler endlich Tatkraft, zumindest Entschlossenheit, die großen Herausforderungen für den deutschen Kapitalstandort anzugehen – und das ist doch immer eine Meldung wert! Von Suitbert Cechura.
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13. Oktober 2025 um 16:23 Per Losverfahren zur Bundeswehr: Wenn die 18-Jährigen die Niete ziehen müssen
Die Glückfee entscheidet? (...) Bei einem Los geht es in aller Regel um Spiel, Glück und Gewinn. Wenn aber ein Losverfahren junge Menschen dazu bringen soll, eine Spielfigur innerhalb des politischen Großprojekts Kriegstüchtigkeit zu werden, dann ist sowohl der politische als auch der menschliche Anstand abhanden gekommen. (...)
Beitrag: NachDenkSeiten,
Mit dem Los zum Glück? Wohl eher: Mit dem Los zur Bundeswehr. Gerade macht eine Nachricht die Runde, die zum Abbild einer Politik ohne Sinn und Verstand wird. Sollte die Bundeswehr nicht die gewünschte Anzahl an Wehrpflichtigen erhalten, sollen junge Männer eines Jahrgangs per Los eingezogen werden. Damit keine Missverständnisse entstehen: Da ziehen 18-Jährige nicht das „große Los“, sondern bekommen eine Niete per Post zugestellt – mit weitreichenden Folgen. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.
Sie wollen ihr anvisiertes Ziel erreichen. Auf Biegen und Brechen will die Politik, dass genügend Wehrpflichtige rekrutiert werden. Hinter den Kulissen scheint es hoch her zu gehen. Immer wieder tröpfeln Nachrichten in die Öffentlichkeit, aus denen ersichtlich wird, wie die Regierungspolitik mit Hochdruck den Ausbau der Bundeswehr forciert. Nun macht die Kunde von einem Losverfahren die Runde. Medien berichten, dass die schwarz-rote Koalition die gewünschte Zahl an Rekruten gegebenenfalls per Los heranziehen will.
Bildungsmisere beenden!

Beitrag Newsletter Sahra Wagenjnecht
Wird Deutschland vom Land der Dichter und Denker zum Land der Schulabbrecher und Unausgebildeten? Im vergangenen Jahr ist die Zahl der jungen Menschen, die die Schule ohne Abschluss verlassen haben, um 38 Prozent auf 62.000 gestiegen. Jedes Jahr ein großes Fußballstadion mit Schülern ohne Schulabschluss – niemand sollte sich über den Fachkräftemangel wundern, wenn solche Potenziale verschenkt werden! Die Ursachen für diese Entwicklung, die auch für die Wirtschaft und die Sozialausgaben katastrophal ist, liegen in dem miserablen Zustand unseres Bildungssystems:
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